Columnaris 02
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Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Hi Leute,

ich möchte euch nur mal in aller Kürze über den Einsatz von Antibiotika in meinem Schauaquarium berichten.

Also ich hatte hier ein Problem mit Flexibacter (Columnaris). Ich habe mich entschlossen, dies mit Baktrim aus der Humanmedizin zu behandeln, weil ich der Meinung bin, dass solche Produkte besser sind als die der Zoobedarfsfirmen (nur so vom Gefühl aus).

Ich habe ein 950er Becken und daher so viele Insassen, dass eine Behandlung im Quarantänebecken nicht durchzuführen war. Das Becken ist wunderbar bepflanzt, das "Aushängeschild" ist mein 85 cm hoher Echinodorus osiris rubra. Ich verwendete jetzt Lidaprin Forte, das hat die gleichen Wirkstoffe wie Baktrim nur eben stärker, so dass es für meine Wassermenge ausreicht.

Ich behandelte das eine Woche lang genau nach Angabe in Roland Bauers Buch. Nach der Behandlung schaltete ich noch für 14 Tage meinen UVC-Klärer an das Becken.

5 Tage nach der Behandlung fing das Wasser an braun zu werden. Es wurde richtig dunkel, mehr als bei Torfeinsatz. Durch Wasserwechsel war dem nicht Herr zu werden. Mir wurde erklärt, dass die Inhaltsstoffe des Medikamentes (Sulfanetrol, Trimethotrim) sich durch Abbau durch UV bräunlich verfärben würden.

Natürlich düngte ich unter Einsatzes des UVC angemessen weiter. Nachdem das Wasser wieder klar und oft gewechselt war, fing nach ca. 14 Tagen der Echinodorus an, braune Flecken zu bekommen. Danach die Anubias. Die Cryptos wurden glasig und versagten als erstes. Der Echinodorus verlor immer mehr Blätter in der Form, dass sie abstarben. Die Anubias bekamen an der Hälfte aller Blätter gelbbraune Löcher.

Jetzt war es Zeit mal zu handeln und zu gärtnern. Ich entfernte schweren Herzens alle kaputten Blätter und stand jetzt vor einem Trauerspiel. Der Echi existiert quasi nur noch als Wurzel und treibt immer noch kaputte Blätter aus, 1,5 Monat danach! Bei den Anubias scheint es aufgehört zu haben. Die Cryptos sind weg, auch meine tollen 1 Meter langen. Ich habe Pflanzen aus den anderen Becken eingesetzt, die sich momentan noch gut halten.

Ich musste im Becken immer Nitrat düngen, weil ich keines hatte, das änderte sich auch. Nach der Behandlung hatte ich 100 mg im Wasser, und jetzt immer noch 3 Tage nach dem Wasswechsel gemessen 80 mg. Bei 0 mg im Leitungswasser.

Nein das Becken ist nicht leer, es sind noch Pflanzen da, die das Nitrat fressen sollten. Auch eine riesige Efeutute überm Becken, die keinen Schaden genommen hat.

Das PO4 ist auch angestiegen, was ich aber eher aufs Frostfutter schiebe. Den Bart- und Pinselalgen gefällt das alles sehr gut. Die wuchern mal richtig los. Die Behandlung ist an den Fischen problemlos vorbeigegangen, das Flexibacter ist nicht ausgerottet worden, aber stark zurückgegangen. Ich werde das jetzt mal weiter verfolgen und keines Falls wieder im Schauaquarium mit Antibiotika behandeln.

LG Gerry


Hallo

Hier also ein Update:
Das Biogrammdings beim Tierarzt hat ergeben, dass die Behandlung ein voller Erfolg war! Keine Bakis, Pilze o.ä. auf und in den Fischen zu finden. Nach der relativ langen Zeit erholen sich die Pflanzen wieder. Die Echis treiben wieder "gute" Blätter aus. Gut dass ich die großen Wurzelstöcke drin ließ. Die Pinselalgenexplosion ist rückläufig, aber nur sehr langsam. Die Wasserwerte pendeln sich wieder ein. Im Javamoos wachsen wieder, so wie am Anfang, Fadenalgen, so dass ich sie immer wieder mal entfernen muss. Es geht also bergauf, Wenn auch langsam.

LG Gerry

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Anmerkungen zu dieser Seite bis Oktober 2007
Mikrobiologe 134.93.56.xxx13.09.2007 21:01 Uhr [X]
Hallo

Ich halte es für ziemlich unangebracht Antibiotika aus der Humanmedizin (genau dafür sollen sie nämlich eingesetzt werden, für Menschen) bei so etwas wie Zierfischen zu missbrauchen. Durch den übermäßigen Einsatz entwickeln sich resistente Bakterienstämme, so dass Antibiotika durch unbedachten Einsatz schnell wirkungslos werden. Diese Resistenz ist nicht auf eine bestimmte Person begrenzt ("Ich bin resistent gegen diese Antibiotika" ist nämlich eine falsche Aussage), sondern ist genetisch in den Bakterien gespeichert. Diese genetischen Informationen für diese Antibiotikaresistenz geben die Bakterien dabei nicht nur an ihre "Nachkommen" ab, sondern können sie auch über die Artgrenze hinaus an andere Bakterien weitergeben.

lg
84.176.17.xxx14.09.2007 17:00 Uhr [X]
Hallo,

man kann sicher unterschiedliche Ansichten darüber haben. Wenn das Antibiotikum wie im oben beschriebenen Fall vom Tierarzt verschrieben ist, ist die Verwendung meiner Meinung nach in Ordnung.
Seite wurde zuletzt am 11.09.2010 12:00 Uhr geändert
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