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Worauf beim Pflanzenkauf geachtet werden muss.

Die meisten Aquarienpflanzen sind keine echten Unterwasserpflanzen, sondern Sumpfpflanzen. Sie werden bei Großhändlern meistens emers, d. h. außerhalb des Wassers, gezüchtet. So werden die Pflanzen auch an die Aquaristikgeschäfte geliefert. Einige Händler verkaufen die Pflanzen in dieser Form weiter. Solche Pflanzen haben in der Regel einen günstigen Preis. In vielen Geschäften werden die Pflanzen bis zum Verkauf in Aquarien gesetzt und unter Wasser gehalten. Echte Wasserpflanzen, z. B. Vallisnerien, können nicht außerhalb des Wassers gehalten werden und werden deshalb immer unter Wasser angeboten.

Pflanzen sollten beim Kauf gut und frisch aussehen, d. h. sie sollten

  • saftig grün sein
  • keine oder höchstens wenige verfaulende Blätter besitzen
  • den Topf gut durchwurzelt haben
  • nicht veralgt sein

Bei Wasserpflanzen gibt es teilweise erhebliche Preisunterschiede. Es kann sich also durchaus lohnen, vor dem Kauf mehrere Händler aufzusuchen. Auf jeden Fall sollte man vor dem Kauf die ausgesuchten Pflanzen kennen und sich über ihre Ansprüche informiert haben. Im Handel findet man immer wieder sehr schön aussehende Pflanzen, die aber nur wenige Wochen unter Wasser gehalten werden können und entsprechend schnell eingehen.


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Neues 200 Liter Aquarium mit Unterschrank

Foto: Viola (Forum)

Bei der Umstellung von der emersen Zucht auf die Haltung unter Wasser (submers) werfen viele Pflanzenarten ihre vorhandenen Blätter ab und die nachwachsenden Blätter sehen im heimischen Aquarium anders aus, als die Blätter beim Kauf. Betroffen sind davon in erster Linie sogenannte Rhizompflanzen. Das sind Pflanzen mit einem Wurzelstock, aus dem die Blätter treiben.
Die meisten so genannten Stängelpflanzen sind dagegen relativ robust und haben keine Umstellungsprobleme. Stängelpflanzen haben einen langen senkrechten Stängel, aus dem die Blätter treiben. Stängelpflanzen wachsen in der Regel nach dem Einpflanzen sofort oder nach wenigen Tagen weiter. Rhizompflanzen, wie die beliebten Amazonasschwertpflanzen (Echinodorus), benötigen einige Wochen oder Monate, bis sie sich an das Leben unter Wasser gewöhnt haben. Aber auch bei Rhizompflanzen sollten nach etwa einer Woche erste neue Blätter nachwachsen.
Besonders empfindlich sind die so genannten Cryptocorynen. Sie reagieren oft schon bei kleinsten Umweltveränderungen mit der sogenannten Cryptocorynenfäule. Dabei lösen sich innerhalb weniger Tage die meisten oder sogar alle Blätter auf. Meistens wachsen aber auch bei völlig blattlosen Exemplaren nach einigen Wochen neue Blätter, wenn die Pflanze nicht weiter gestört wird.

Welche Pflanzen sind für die Neueinrichtung geeignet?


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Neu bepflanztes 200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)

In ein neu eingerichtetes Aquarium werden vor allem Stängelpflanzen gesetzt, die schnell wachsen. Dies dient zur Vorbeugung vor einem zu starken Algenwuchs, da die Pflanzen bei ihrem Wachstum Nährstoffe verbrauchen, die sonst von den Algen zur Vermehrung verwendet werden. Aus dem gleichen Grund werden bei der Neueinrichtung 70 bis 80 % der Bodenfläche bepflanzt. Dabei sollten ca. 80 % der Pflanzen schnell wachsende Stängelpflanzen sein.

Nach alternativen Überlegungen geht man bei der Erstbepflanzung vorsichtig vor, wie auch beim Erstbesatz mit Fischen. Es wird mit nur wenigen Pflanzen angefangen und nach und nach werden immer mehr Pflanzen eingesetzt. Diese Methode geht davon aus, dass sich auch die Pflanzen erst an die neue Umgebung gewöhnen müssen. Die Pflanzen sind in den ersten ca. 14 Tagen labil und nicht voll aktiv. Durch zerfallende Blätter wird das nicht eingefahrene Aquarium stärker belastest, als verträglich ist. D. h., dass z. B. die anfallenden organischen Stoffe nicht schnell genug zersetzt bzw. verbraucht werden und so als Nährstoffe für Algen zur Verfügung stehen. So können z. B. auf abgefallenen Blättern und dem Bodengrund darunter Blaualgen entstehen.


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Neu bepflanztes 200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)

Trotz sorgfältigem Vorgehen gleich nach welcher Methode wachsen in vielen neuen Aquarien nach einigen Wochen vermehrt Algen. Diese Algen dürfen auf keinen Fall mit chemischen Mitteln bekämpft werden. Diese Mittel helfen entweder nicht oder schädigen die Pflanzen stärker als die Algen. Ein regelrechter Teufelskreis ist so vorprogrammiert. Die geschädigten Pflanzen wachsen schlechter und verbrauchen deshalb weniger Nährstoffe. Die überschüssigen Nährstoffe stehen wieder den Algen zu noch stärkerer Vermehrung zur Verfügung. Algen sollten höchstens mechanisch, d. h. durch Reinigung der Scheiben sowie der Dekoration und durch vorsichtiges Abreiben der Pflanzenblätter, entfernt werden. In der Regel pendelt sich nach einigen Wochen ein Zustand ein, bei dem zwar Algen im Aquarium vorhanden sind, diese aber nicht überhand nehmen. Bei regelrechten Algenplagen, müssen mögliche Ursachen ergründet werden, damit gezielte Maßnahmen ergriffen werden können.

Stängelpflanzen, die robust sind, schnell wachsen und somit zur Erstbepflanzung geeignet sind

  • Heteranthera zosteraefolia
  • Hygrophila angustifolia
  • Hygrophila corymbosa
  • Hygrophila difformis
  • Hygrophila polysperma
  • Limnophila sessiliflora
  • Limnophila heterophila
  • Rotala rotundifolia
  • Cabomba caroliniana
  • Ludwigia repens
  • Ludwigia palustris
  • Ceratophyllum demersum (Hornkraut)

Wenn Stängelpflanzen zu stark gewachsen sind, werden sie einfach aus dem Boden gezogen und durchgeschnitten. Beide Teilstücke können wieder neu eingepflanzt werden. Einige Stängelpflanzen können sogar in mehr als zwei Teile geschnitten werden. Sie sollten allerdings nicht zu dicht aneinander gepflanzt werden, da sonst die unteren Blätter wegen Lichtmangel absterben können.

Robuste Pflanzen, die gut aber nicht ganz so schnell wachsen

  • Echinodorus tenellus
  • Echinodorus quadricostatus
  • Echinodorus bolivianus

Von Echinodorus tenellus existiert eine Variante, die nur ca. 5 cm groß wird und eine rötliche Variante, die bis zu 18 cm groß wird. Echinodorus quadricostatus wird ca. 10 cm groß. Echinodorus bolivianus ist Echinodorus quadricostatus sehr ähnlich.

Robuste Pflanzen, die relativ langsam wachsen, aber in geringer Zahl auch bei Neueinrichtungen geeignet sind

  • Microsorium pteropus (Javafarn)
  • Vallisneria spiralis
  • Vallisneria americana

Pflanzen, die für Neueinrichtungen und besonders für Anfänger in der Aquaristik nicht geeignet sind

  • Cryptocorynen
  • Anubien
  • Althernanteras
  • Didiplis diandra
  • Lobelia cardinalis
  • Rotala macranda
  • Limnophila aqquatica

Diese Pflanzen wachsen nicht nur langsam, sie sind häufig zusätzlich anspruchsvoll.

Wenn das Aquarium rund läuft, kann experimentiert werden.

Wenn sich das Aquarium nach ca. einem halben Jahr stabilisiert hat, kann ein Teil der schnellwachsenden Stängelpflanzen durch langsamer wachsende oder sogar durch empfindliche Pflanzen ersetzt werden. Abhängig von den jeweils herrschenden Bedingungen im Aquarium wächst die eine oder andere dieser Pflanzen dann möglicherweise besser als erwartet. Eine vorbeugende Wirkung gegen Algen ist jedoch keinesfalls zu erwarten. Deshalb sollten nicht zu viele Stängelpflanzen auf einmal ausgetauscht werden.


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200 Liter Aquarium nach 14 Tagen

Foto: Viola (Forum)

Kurztipps für die Ersteinrichtung

  • Rhizompflanzen werden nicht zu häufig umgesetzt, da einige von ihnen zu häufiges Umsetzen an einen neuen Standort nicht vertragen.
  • Neu gekaufte Stängelpflanzen müssen nicht mühsam mit den Wurzeln aus dem Topf geholt werden. Es reicht, die Stängel knapp über dem Boden abzuschneiden.
  • Beim Schneiden von Stängelpflanzen nicht die Stängel zerquetschen.
  • Die Steinwolle, in der die Pflanzen meist gezogen werden, muss möglichst ganz von den Wurzeln entfernt werden. Steinwolle kann Kiemen und Därme von Fischen schädigen.
  • Beim Entfernen der Steinwolle sollte das Rhizom (Wurzelstock) nicht beschädigt werden. Im Zweifel etwas Steinwolle an der Wurzel lassen.
  • Die Pflanzentöpfchen werden beim Züchter von Düngelösung umspült. Die Steinwolle enthält deshalb viel Dünger. Wenn die Steinwolle nicht entfernt werden kann, mit lauwarmem Wasser die Steinwolle abspülen.
  • Vor dem Einpflanzen die Wurzeln mit einer scharfen Schere auf 2 bis 3 cm kürzen. Die Wurzeln wachsen so schneller an.
  • Vor dem Einpflanzen verfaulte braune Wurzeln entfernen.
  • Vor dem Einpflanzen verfaulte braune Blätter entfernen.
  • Wird nach der Teilung von Stängelpflanzen der untere Teil immer wieder neu eingepflanzt, wird er nach mehreren Teilungen unansehnlich. Dann wird nur der obere Teil (ca. 10 cm) neu eingepflanzt und der untere Teil entfernt.
  • Rüttelt man beim Auspflanzen etwas an der Pflanze, lockern sich die Wurzeln im Boden und die Pflanze löst sich leichter aus dem Boden.
  • Stängelpflanzen wachsen (fluten) bei entsprechender Größe an der Wasseroberfläche entlang. Dabei bilden sich kräftige Triebe und viele Verzweigungen. Zu starkes Fluten kann die flutenden Pflanzen selbst und andere Pflanzen zu stark abschatten.
  • Im Internet kann man günstige und vor allem die gewünschten Pflanzen kaufen oder tauschen.
  • Schlechter Pflanzenwuchs kann möglicherweise durch geeignete Düngung oder CO2-Zufuhr verbessert werden.
  • Wasserwechsel entfernen überschüssige Nährstoffe. Düngung führt fehlende Nährstoffe nach. Durch regelmäßige und ausreichende Wasserwechsel mit anschließender Nachdüngung erreicht man eine Annäherung an den optimalen Düngergehalt. Die Pflanzen wachsen so optimal und drängen Algen zurück.

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Eingewachsenes 200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)

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