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Gedanken zu EasyLife
Vorab, ich möchte die Intentionen von Tetra nicht unterstützen, zumal ich ein großer "Wasserwechsler" bin. Insofern braucht ich so'n Zeugs nicht. Aber...
Wenn man die Sache mal pragmatisch betrachtet und die Emotionen rausläßt, dann kommt man zu dem Ergebnis,daß der Großteil der Aquarianer im Grunde die Tetra-Philosophie schon lange praktizieren. Nur wissen sie es nicht, bzw wollen es nicht wahrhaben.
Wie ich schon desöfteren am Rande bemerkte, bringt der übliche Wasserwechsel von 20% pro Woche oder noch weniger, so gut wie nichts. Es müssen schon extreme Verhältnisse vorliegen, hoher NO3-Gehalt im Aquarium und sehr sauberes Frischwasser, wenn der 20%-ige WW was bewirken soll. Das läßt sich per Zahlenwerk unwiderlegbar begründen. Die Chemiker benutzen dazu das Mischugnskreuz, ich hab's mir mal per Algebra hergeleitet.Kommt natürlich auf's gleiche Ergebnis.
Das heißt, im Grunde praktizieren die ganzen 20%-Wasserwechsler fast eine Easy-Life-Aquaristik und es läßt mich schmunzeln, wie selbige nun mächtig auf Tetra eindreschen.
Beispiel:
Man nehme ein 200 ltr-Aquarium mit einem Nitratwert von 35 mg/ltr. Das Leitungswasser hat 5 mg/ltr. Dann senkt man bei 20% Wasserwechsel den NO3-Wert im Aquarium auf 29 mg/ltr ab. Das ist immer noch recht hoch. Wenn das Leitungswasser gar 15 mg/ltr NO3 inne hat, dann hat man hinterher sogar 31 mg/ltr NO3 im Aquarium.
Also, Tetra kann das Produkt vermarkten und die Anwender werden kaum einen Unterschied feststellen, denn der Nitratgehalt im Wasser wird nach wie vor geregelt durch die Aufnahme der Pflanzen und den bakteriellen Abbau in anoxischen Zonen. Es ist nicht wesentlich schlechter als der 20%-iger Wasserwechsel pro Woche und fast gleichwertig zu 20% alle drei Wochen.
Gruß Olaf
Hallo Olaf !
Genau der Meinung bin ich auch Auch wir wechseln relativ häufig Wasser, besonders in unserer Zuchtanlage wird alle 4 Tage ein kleiner WW vorgenommen. Für den Einsatz in Zuchtanlagen, sterilen Becken usw. wurde das E.B. ja nicht entwickelt. Aber es gibt genug "Aquarianer", welche ohne E.B. schon selten WW durchführen, aus Zeitmangel o.ä., und genau für diese Leute bzw. deren Fische und Pflanzen ist solch ein Wasserzusatz besser als gar nix.
Außerdem hat (fast) jeder Hersteller für Zierfischfutter- und Wasseraufbereiter Produkte im Angebot, auf die man gut verzichten kann. Also Leute, auf keinen Fall mehr Futter von SER* oder z.B. von AMTR+ kaufen, die haben PH-Senker die schädlich für das Aquarium werden können. Also ALLE Produkte namenhafter Herstellen "Scheiße" ???
Am besten ist's wenn die Nörgelköppe sich ihr Futter selbst produzieren !
In diesem Sinne,
Grüße
Mike
Hallo Olaf
Du sprichst von NO³ 35 mg/L das ist in den MEISTEN Aquarien von nicht NG lesern leider nicht der Fall."Feldstudien" bei Fischbesitzern die glauben das beste für Ihre Fische zu tun belegen NO² über den Ausschlag=Werte über 500 mg/L. Die Leute zu überzeugen mehrere Ww. durchzuführen zumal das ja fast nicht kostest ist schwerer als sie davon abzubringen teures Nichtdeklariretes Zeug in die "Gülle" zu schütten. Die einzige Möglichkeit diese Kläranlagenbesitzer auf den richtigen Weg zu bringen ist: Zeig Dein Aquarium her und sie wollen auch so Eines. Kompromisse in den Wasserqualitätsansprüchen der Fische muss man am Anfang machen aber das GIFT ist wenigstns weg. Diese Woche konnte ich sogar Biotope erneuern und für die Fische einigermassen erträglich machen. Tetra spekuliert mit Lebewesen die sich nicht wehren können, wir sollten versuchen die Lebensbedingungen der armen Kreaturen zu verbessern. Ohne zu testen sage ich das ZEUG taugt nichts!!!
MvG Fredi+Brigitte
Hallo Olaf,
wobei viele auch nicht mal wöchentlich sondern "nur" zweiwöchentlich wechseln. Andere gar nur, wann sie mal Lust dazu haben. Diese Berechnungen von Dir habe ich vor etwas längerem schon mal in einem Thread dargestellt,um zu zeigen, daß ein wöchentlicher Wasserwechsel mehr bringt, als ein zweiwöchentlicher, da beim wöchentlichen die Wasserzusammensetzung erheblich weniger schwankt und der untere und obere Grenzwert z.B. beim Nitrat erheblich niedriger liegt. Sicher wäre noch öfterer WW bzgl. der Schwankungen noch positivier, aber irgendwann artet das in Arbeit aus, daß einem der Spaß dabei vergeht.
Auf die Allgemeinheit kannst Du Dein Beispiel nicht beziehen, zumindest zähle ich mich nicht dazu, und viele andere wohl auch nicht. Ich wechsle wöchentlich 25% mit aufgehärtetem Osmosewasser, heute ca. 40%, und nicht primär des Nitrats wegen, sondern der Pflanzenährstoffe und Wasserwerte im allgemeinen. Daß dabei das Nitrat, Phosphat und anderes in Grenzen gehalten werden, ist für mich eher sekundär, da selbstverständlich.
Gruß Markus
Hallo Markus,
ich mache wöchentlich einen WW, dann aber kräftig. Jeden zweiten Tag hätte ich da auch keine Lust zu,bestimmt nicht.
>Ich wechsle
>wöchentlich 25% mit aufgehärtetem Osmosewasser, heute ca. 40%, und nicht
>primär des Nitrats wegen, sondern der Pflanzenährstoffe und Wasserwerte
>im allgemeinen. Daß dabei das Nitrat, Phosphat und anderes in Grenzen
>gehalten werden, ist für mich eher sekundär, da selbstverständlich.
Das ist noch so ein netter Nebeneffekt. Ich vermute, daß ein Wasserwechsel auch irgendetwas mit reindüngt. Jedenfalls kann es durchaus sinnvoll sein zu wechseln, wenn gemäß den Meßwerten noch gar kein Bedarf ist. Das ist auch ein Grund für einen echten Wasserwechsel.
Gruß Olaf
Hallo Olaf :-)
> Wenn man die Sache mal pragmatisch betrachtet und die Emotionen
> rausläßt, dann kommt man zu dem Ergebnis, daß der Großteil der
> Aquarianer im Grunde die Tetra-Philosophie schon lange praktizieren.
Das glaube ich ich allerdings zum Großteil nicht ....
> Wie ich schon desöfteren am Rande bemerkte, bringt der übliche
> Wasserwechsel von 20% pro Woche oder noch weniger, so gut wie nichts.
Das glaube ich allerdings zum noch grösseren Teil nicht - und weiss dass es anders ist - oder oft sein wird ...der Wechsel bringt naemlich Alles :-)
> Es müssen schon extreme Verhältnisse vorliegen, hoher NO3-Gehalt im
> Aquarium und sehr sauberes Frischwasser, wenn der 20%-ige WW was
> bewirken soll.
Es reichen ganz normale Verhaeltnisse, dass der periodische Wasserwechsel sehr gute Wirkung zeigt - siehe spaeter ... nicht nur Algebra sondern Monate erprobt und gemessen ...
> Das heißt, im Grunde praktizieren die ganzen 20%-Wasserwechsler fast
> eine Easy-Life-Aquaristik und es läßt mich schmunzeln, wie selbige nun
> mächtig auf Tetra eindreschen.
Ich glaube, da werden allerdings viele Aquarianer jetzt in einen Topf geworfen, in den sie wiklich nicht hineingehoeren, denn der periodische Wasserwechsel ist im Durchschnitt (wenn man halbwegs brauchbares Wechselwasser hat) die einfachste und wohl beste Methode im normal besetztem Becken die Schadstoffe und Abfallstoffe zu senken oder zu stabilisieren ausgenommen bei Spezialaquarien ... Es ist, glaube ich, nicht gut den Wasserwechsel als fast sinnlos hinzustellen - da tun wir unseren Pfleglingen nicht unbedingt was Gutes.
> Beispiel:
> Man nehme ein 200 ltr-Aquarium mit einem Nitratwert von 35 mg/ltr. Das
> Leitungswasser hat 5 mg/ltr. Dann senkt man bei 20% Wasserwechsel den
> NO3-Wert im Aquarium auf 29 mg/ltr ab. Das ist immer noch recht hoch.
> Wenn das Leitungswasser gar 15 mg/ltr NO3 inne hat, dann hat man
> hinterher sogar 31 mg/ltr NO3 im Aquarium.
Ja, die Rechnung stimmt, aber gerade die Rechnung unterstuetzt die Notwendigkeit des Wasserwechsels - siehe spaeter...
> Also, Tetra kann das Produkt vermarkten und die Anwender werden kaum
> einen Unterschied feststellen, denn der Nitratgehalt im Wasser wird
> nach wie vor geregelt durch die Aufnahme der Pflanzen und den
> bakteriellen Abbau in anoxischen Zonen. Es ist nicht wesentlich
> schlechter als der 20%-iger Wasserwechsel pro Woche und fast
> gleichwertig zu 20% alle drei Wochen.
Das glaube ich nur fuer reine oder fast ausschliessliche Pflanzenbecken, fuer durchschnittlich besetzte und bepflanzte Becken (also leicht ueberbesetzte Becken - wie sie die meisten Aquarianer haben) - glaube ich das nicht bzw weiss ich, dass es nicht so ist...der Unterschied ist derart gewaltig, dass die Reaktionen auf das Produkt (fuer mich) mehr als verstaendlich sind ... -------------------------------------
Ich fuettere in einem 125-Liter Becken ("Gesellschaftsaquarium" rel. normale Bepflanzung und Besatz) seit ein paar Monaten nur verschiedene Trockenfutter und wiege die normale taegliche Futtermenge (vervielfacht um ein wiegbares Gewicht zu bekommen) ab. Es ergibt etwa 0,7 Gramm pro Woche. Wenn man jetzt annimmt, dass ein Viertel davon Stickstoff ist (und das ist viel angenommen), so ergibt das eine Wasserbelastung ueber das Molekulargewicht von 787 mg Nitrat pro Woche. Wenn sich das viel anhoert - das sind allerdings nur 6,3 mg /Liter Wasser und Woche.
Ich bin einer jener angeprangerten Wasserwechsler, der so etwa 20 Prozent pro Woche wechselt - und das Ausgangswasser hat bei und gluecklicherweise fast Null mg Nitrat. Ein Nitratgehalt, der sich in diesem Becken über die Monate jetzt "eingeregelt" hat ist 25 mg/Liter. Dazu kommen pro Woche also etwa 6,3 mg/Liter. Um den Wert von 25 zu halten muss man also 6,3 mg/Liter Nitrat pro Woche wechseln - das sind 25 Prozent pro Woche und man bleibt stabil auf 25 mg/Liter! Wechselt man etwas mehr - dann sinkt der Wert sogar und pendelt sich bei einem niedrigeren Wert ein und bleibt stabil!. Wechselt man periodisch weniger Wasser (periodisch!) - dann steigt der Wert auch nicht unbegrenzt sondern pendelt sich genauso auf einem hoeheren Wert ein: z.B.: bei 50 Milligramm pro Liter Nitrat reichen in meinem Becken der woechentliche Wechsel von etwa 12 Prozent um den Wert von Nitrat stabil zu halten - bei 80 mg waeren es knapp 8 Prozent (das war jetzt Algebra) ...Wenn die Pflanzen etc. derart wirksam waeren - muesste ich ja fast Null mg Nitrat haben ....
In meinem Beispiel wuerde ein 6-monatige Periode des Wartens auf Wasserwechsel also einen Gehalt von etwa 25 (Bestand) plus 6,3 mal 31 (Wochen) also in Summe 220 mg/Liter Nitrat ergeben - also nicht allzu wesentlich mehr als mit dem Wundermittel ..... mit dem Wasserwechsel bleibe ich auf 25 mg Nitrat. Meine Wasserwerte haben sich seit Beginn der Versuchsperiode wie folgt veraendert (stabilisiert): Beginn: GH 10, Chlorid fast Null, Nitrat fast Null Stabilisierung durch Wasserwechsel: GH 12, Chlorid 20 mg/l, Nitrat 25 mg/Liter. Ohne woechentlichen Wasserwechsel waeren die Werte nach einem halben Jahr etwa: Nitrat also 220 mg/Liter, GH 25,5 (aus dem Wasserwechsel mit GH 10 errechenbar) und der Chloridgehalt wuerde bei 155 mg/Liter liegen (Berechnung wie vorher)....
Jetzt soll mir noch wer sagen, dass periodischer Wasserwechsel nichts bringt ....
Ich wechsle weiter periodisch, weil es viel mehr bringt, als man glaubt !!!
Im 50-Liter Becken meines Sproesslings, der nicht so fleissig Wasser wechselt - haben sich unter gleichen Ausgangswerten folgende Werte eingestellt: GH 16 (von 10), Chlorid 30 (von Null) und Nitrat 70 - und da er "periodisch weniger Wasser wechselt" bleiben diese Werte recht konstant - wuerde er alle Wochen wechseln - so kaeme er auf die selben Werte wie bei mir ...
Weiterwasserwechseln - oder praktisch keine Fische ins Aquarium
Schoene Gruesse, Anton
Hallo Toni,
Du sprichst da etwas an, was in diesem Zusammenhang sehr wichtig ist: Der wöchentliche Nitrateintrag. Ich hatte es bewußt nicht geschrieben (wieder rausgelöscht), da dann mein Posting zu lang geworden wäre. Mein Ziel mit Beitrag ist es, sich etwas mehr Klarheit über die tatsächlich erforderliche Wasserwechselmenge und Frequenz zu verschaffen und nicht nur auf die althergebrachte "Erfahrung" und das Gefühl zu verlassen.
>Es reichen ganz normale Verhaeltnisse, dass der periodische Wasserwechsel
>sehr gute Wirkung zeigt - siehe spaeter ... nicht nur Algebra sondern Monate
>erprobt und gemessen ...
Mit dem Messen ist das so eine Sache. Ich habe auch gemessen. Vor und nach dem Wasserwechsel. Es bestätigte sich das Zahlenspiel.
>Es ist, glaube ich, nicht gut den Wasserwechsel als fast sinnlos
>hinzustellen - da tun wir unseren Pfleglingen nicht unbedingt was Gutes.
Nein, ich halte den Wasserwechsel auch für enorm wichtig. Sogar so wichtig, daß ich ihn sehr intensiv betreibe. Genau darauf will ich ja hinaus.
Gut, jetzt nehme aber mal ein Frischwasser mit 10 mg/ltr Nitrat. Das ist erlaubt und kommt auch vor. Dann wechselst Du schon 33%, bei 15 mg/ltr im Leitungswasser schon gar 50% aus, um Dein Ergebnis zu erreichen. Du siehst, es hängt in entscheidendem Maße von dem Nitratgehalt des Frischwassers ab und aus diesem Grunde keine Deine praktikable und erfolgreiche Methode nicht übertragbar auf andere Regionen und Aquarien sein. Man muß das differenzieren.
Bei mir kommt das Wasser auch mit ca. 0 mg/ltr aus der Leitung und Deine Beobachtungen lassen sich betätigen.Bei meinen Vorstellungen von Wasser aber ergibt sich trotzdem ein ganz anderes Bild:
In meinem 200-Liter-Becken ergibt sich eine wöchentliche Nitratsteigerung von auch 5-7 mg/ltr. Wenn man nun bedenkt, daß ich täglich 1x einen Klops gefrorene ML füttere und dieser sicher zu 50% aus Wasser besteht, dann kommt man auf 7*0.5g=3.5 g Feuchtmasse pro Woche. Wenn man nun davon die Häfte als nitratwerdend ansieht, ergibt sich die wöchentliche Steigerung zu 9 mg/ltr. Das mit dem Anstieg um 5-7 mg/ltr könnte also passen, wenn man die Nitratakkumulation der Pflanzen berücksichtigt (viele Pflanzen). Ich lande also vor dem WW bei ca. 10-12 mg/ltr, was sich meßtechnisch auch bestätigen läßt. Will ich diesen Wert nun wieder auf 5 mg/ltr zurückstutzen, dann muß ich bei ca. 0 mg/ltr im Frischwasser einen Wasserwechsel von 60%machen.
>Jetzt soll mir noch wer sagen, dass periodischer Wasserwechsel nichts bringt
Es stellt sich die Frage, ob nicht Pflanzen und Bakterien ihren nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten. Ein Nitratwert von Null weißt nämlich darauf hin, daß es sich nicht um ein Fischbecken handelt. Es muß sehr pflanzen-, also verbraucherorientiert sein.
>Ich wechsle weiter periodisch, weil es viel mehr bringt, als man glaubt !!!
Ich auch. Wie gesagt, ich möchte meinen Beitrag als Anreiz zum Wasserwechsel verstanden wissen, nicht anderherum. Das kam wohl nicht so richtig rüber.
Gruß Olaf
in deinem Beispiel ist m. E. ein immenser Denkfehler! Was passiert den nach deiner Rechnung beim nächsten Wasserwechsel? Deine Rechnung funktioniert nur, wenn in deinem Aquarium innerhalb einer Woche wieder der durch den Wasserwechsel reduzierte Nitratgehalt aufbaut wird! Wenn dies der Fall ist, machst du glaube ich was falsch. Ansonsten verdünnst du bei jedem 20%igen Wasserwechsel die Nitratbelastung immer weiter bis zum Nitratgehalt des Ausgangswassers, und dies ist genau der richtige Weg!
Also, streiche diese Beispielrechnung!
Gruß
Lutz
Hallo Lutz,
nein nein, die stimmt schon. Es baut sich ja zwischen den Wasserwechseln ja wieder der Nitratgehalt auf. Siehe auch Schreiben von Toni. Genau so ist es. Der Denkfehler liegt bei Dir, sorry.
Gruß Olaf
Hi Olaf,
Mit Verlaub, was soll eigentlich Deine Assoziation auf die Fa. Tetra bewirken? Wenn Du schreibst, daß ohnehin die meisten Aquarianer nach diesem Prinzip vorgehen, ohne sich darüber im klaren zu sein, brauchst Du doch die Firma garnicht erst zu erwähnen. Du willst doch sicher auch nicht das schlechte Beispiel vieler Aquarianer legitimieren und sie in ihrem Handeln auch noch bestätigen, indem Du Tetra als Aufhänger benutzt? :-))
Also, laß mich mal den Schluß ziehen, den ich nach 40 Jahren Aquaristik als die wesentlichen Merkmale gelungener Biotop(er)haltung herauskristallisiert hat: Ich benutze seit 12 Jahren eine Osmose-Durchflußregulierung nach dem Leitwertprinzip, von der ich weiß, daß sie auf der Basis unseres Ruhrgebietswassers Marke Hochofen für die allerbesten Wasserwerte sorgt. Ich messe ansonsten nur noch den PH-Wert und zur Information auch den Redoxwert am Filterausgang, sonst nichts, weil sich herausgestellt hat, daß bei einem im Gleichgewicht befindlichen Biotop andere Messungen um Zehnerpotenzen zu ungenau und somit nicht signifikant sind. Diese restlichen Messungen, von denen hier immer so viel herumdiskutiert wird, können eigentlich nur dann signifikant sein, wenn das Wasser bereits umgekippt ist, wenn also kein Gleichgewicht herrscht. So, und nun sind wir an dem entscheidenden Punkt: Die Aqiuaristik leidet immer noch weitgehend darunter, daß sie stets versucht, als Reparaturwerstatt falschen Verständnisses und falschen Handels seitens der Aquarianer aufzutreten. Und genau dort siedele ich alle Zusatztinkturen an, die so im Laufe eines Jahres ins Aquarium gekippt werden. Du kennst meinen Wahlspruch: Die Zusätze heißen deswegen so, weil sie dem Wasser so arg zusetzen.
Nun setzt das Jammerkonzert derjenigen ein, die entweder von Platzmangel, von zu wenig Zeit oder von zu hohen Kosten reden. Von Faulheit habe ich allerdings noch nie etwas gelesen. Alle diese Argumente kann ich nicht gelten lassen.Denn, entweder man sagt "Ja" zu einem nicht ganz einfachen Hobby und schafft die entsprechenden Voraussetzungen, oder man läßt es. Es kann doch nicht angehen, daß hier in der NG über lebendige Bildschirmschoner geschrieben wird. Selbst im kleinsten Becken von 20 Liter Inhalt lassen sich stabile Verhältnisse einrichten, wenn dann auch der Aufwand an Zeit höher wird.
Mit meiner Durchflußsteuerung erhalte ich einen wöchentlichen hundertprozentigen Wasserwechsel mit 50µS, bei dem ich ohne Dünger auskommen kann, wenn ich entsprechend wenige Pflanzen einsetze. Das ist auch die einzige Methode, mit der ich garantierten Erfolg bei jedem Biotop habe. Ich will nun nicht damit jedem Aquarianer eine technisch oft nicht realisierbare Durchflußanlage aufzwängen, aber es geht doch auch auf die übliche wWeise mit Schlauch und Eimer, wenn man sich täglich nur fünf Minuten Zeit läßt und rund 15% des Wassers wechselt. Alle Filter, die als Schnellfilter fungieren, haben für mich überhaupt keinen Sinn. Da tut es viel besser eine kleine, ins Becken gehängte Kreiselpumpe mit Filterschaum-Patrone. Für den Rest sorgt der richtig angelegte Bodengrund. Es ist doch so einfach, ein funktionierendes AQ ohne jegliche Zusatz-Chemie zu betreiben.
Es macht m.E. auch keinen Sinn, die Thematik aus dem Blickwinkel der Chemiker zu betrachten, genausowenig aus dem der Konstrukteure oder der Landwirte. Die komplexen Vorgänge im AQ durschaut von uns allen ohnehin niemand. Es gibt nur einige wenige signifikante Fakten, die einen Hinweis auf ein funktionierendes Biotop geben. Jede Chemie, die Du ins Wasser kippst, stellt eine zusätzliche bewegliche Last dar, die Du irgendwann aus dem Auge verlierst und nicht mehr beherrscht. Also Finger weg von allen Interpretationsversuchen bezüglich der Brühe von Tetra. Aber vielleicht ist es ja nur Wasser. :-)) - Altwasser natürlich.
Gruß, Norbert
Hallo Norbert,
ich finde es nur etwas auffällig, wenn auf der einen Seite über ein (tatsächlich) unsinniges Produkt hergezogen wird, auf der anderen Seite aber in der Praxis auch ohne dieses Zeugs nichts wesentlich anderes abgeht.
>aber es geht doch auch auf die übliche wWeise
>mit Schlauch und Eimer, wenn man sich täglich nur fünf Minuten Zeit läßt und
>rund 15% des Wassers wechselt.
Damit unterstützt Du ja genau meine Aussage, denn 15% pro Tag sind mehr als 100% in der Woche.
Gruß Olaf
Hi Olaf,
Mein Beitrag sollte ja nicht dazu dienen, _Deiner_ Philosophie zu widersprechen, denn sie ist mir ja bestens bekannt. Das hätte ich auch schon früher tun können. Nein, mir ging es nur umd die Assoziaztion mit dem Tetra-Zeug, die dazu führen könnte, daß so mancher glauben mag, daß er so weiter machen könne, wenn ja schon so große Firmen wie Tetra es sogar so empfehlen.
Gruß, Norbert
Hallo Olaf, Toni und alle anderen!
Ich kann mir beim Lesen dieses Threads das Lachen nicht verkneifen!;-)Eigentlich meinen alle das Selbe und reden doch zumindest zum Teil aneinander vorbei!
In Kurzform würde ich das alles etwa so formulieren':
Die Stoffe, die hauptsächlich durch die Fütterung in AQ gelangen, werden im AQ zwar umgesetzt, aber nicht vollständig in Form von Biomasse gebunden. Deshalb reichern sich die jeweiligen Umsetzungsprodukte im Wasser an und verändern somit dessen chemische Eigenschaften. Da dies für die Bewohner des AQ's (Pflanzen und Tiere) unangenehm werden kann, muß diesem Effekt endgegengewirkt werden. Dies geht eigentlich am effektivsten über WW. Damit sind zwei Effekte verbunden. Zum einen werden die Konzentrationen der "überflüssigen"Substanzen verdünnt. Zum anderen werden Spuernelemente zugeführt, die durch die Bildung von Biomasse und durch Oxidation dem Wasserkörper entzogen wurden. Die Größenordnung und die Frequenz des WW richten sich nach der Vorbelastung des Frischwassers, der Zufuhr der Stoffe, deren Ab- bzw. Umbauprodukte entfernt werden sollen und nach der Menge dieser Stoffe, die im AQ durch Pflanzenwachstum dem Wasser entzogen und somit in Biomasse gebunden wird. Spätestens jetzt müßte jedem klar sein, daß es ohne WW in einem durchschnittlich besetzten AQ ohne WW nicht geht, zu wenig und/oder zu selten gemachter WW dazu führen kann ( IMHO wird ),daß es zu Schädigungen bei Pflanzen und Fischen kommt, die nicht selbst sichtbar sein müssen, aber unter anderem die Grundlage für Krankheitsausbrüche sind. Wie oft, wie viel Wasser gewechselt werden soll,muß jeder anhand der o.g. Parameter selbst bestimmen. Dabei würde ich davon ausgehen, das ein Zuviel weit weniger Schaden machen kann, als ein Zuwenig! Irgendwelche Brühe ins Wasser zu schütten, um Stoffe zu binden,die mit 'nem WW fix rausgeholt sind ..... ???? Ist ein bißchen schwachsinnig, oder? ;-)
MfG Lars
Hallo Lars :-)
Ehhhm : dachte doch, das es einfacher auch geht <s> hat nur wer schreiben muessen ... Danke fuer den Tip !
Schoene Gruesse, Anton
Hi Lars,
gut beschrieben. Besonders die Aussage, daß der Wasserwechsabstand und Menge anhand gewisser Parameter für den Einzelfall bestimmt werden muß (und nicht anhand eines spröden Erfahrungswertes allgemein festgelegt ist), gefällt mir. Das ist das es, worauf ich hinauswollte.
Gruß Olaf
Hi Olaf,
..hab'doch gesagt, eigentlich meinen alle das Selbe!;-)))
Das eigentlich Schwierige sehe ich dann allerdings in der Bestimmung der wichtigen Parameter. Das ca. 50% des Protein- anteils im Energiestoffwechsel der Fische "verheizt" wird, ist allgemein bekannt. Das es daher als NH3/NH4 wieder im Wasser landet ist auch nicht neu. Aber wie hoch ist nun der Proteinanteil in den verschiedenen Futtersorten?Wenn ich hier richtig mitgelesen habe, deklarieren die Hersteller für AQ-Futter nicht so genau bzw. gar nicht. :-( Damit bleiben nur grobe Schätzungen. NH4 ist bei pflanzlichen Bewohnern des AQ sehr begehrt. Wieviel avon wird nun gebunden und wieviel zerlegen die Bakterien über NO2 zu NO3? Von der Denitrifikation möchte ich hier mal gar nicht anfangen! ;-)
Den besten Weg, hier klar zu sehen, hat Toni gezeigt. Bei gleichen Bedingungen (Besatz, Fütterung, WW-Frequenz usw.) über einen _längeren_ Abstand zur _gleichen_ Tageszeit messen und beobachten, auf welchem Level sich die Werte einpendeln. Wer's gründlich macht, kann sein AQ dann sicher besser einschätzen.
Ansonsten bleibt nur, im Blindflug fahren und lieber öfter einen WW. Auf den schlechten Scherz von Tetra gehen wir glaub'nicht mehr ein! ;-))
MfG Lars
Hallo lars und die anderen!
ich glaube wir können uns allgemein zur Definition des Begriffs "Wasserwechsel in der Aquaristik" auf folgendes einigen:
Aquaristik ist die Kunst, möglichst viele Produkte von Herstellern in genau der Konzentration ins Aquarium zu geben, daß sie sich in Ihrer Wirkung gegenseitig aufheben.
Gruß Lutz
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