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Frostfutter
Hallo,
ich verfüttere unter anderem tiefgefrorene Mückenlarven und geriet mit 2 andernen Aquarianern in eine Diskussion, wie man das nun am besten machen könnte:
Meine Methode: Ich taue die gefrorenen Würfel in einem Platikbecher in etwas Wasser auf, gebe die Larven dann in ein Teesieb, das natürlich nur dafür voegesehen ist, und spüle sie unter der Wasserleitung. Dann werden sie in kleinen Mengen verfüttert.
Die Methode der anderen beiden: Sie werfen den gefrorenen Würfel einfach ins Becken, der taut dann relativ langsam auf und die Schwimmies können dann zwischendurch immer mal wieder etwas abzupfen.
Das halte ich persönlich nun nicht so toll, denn ich möchte meine Nahrung ja auch nicht gerne eiskalt zu mir nehmen.
Wie sind da die Meinungen ?
Egon
Hi,
also den Würfel im Becken auftauen lassen, davon halte ich nichts. Dann kommt die ganze Suppe mit der die Larven eingefroren worden sind mit in's Becken und belastet das Wasser damit.
Ich taue den Würfel ein einem Glas Wasser auf und schütte dieses Wasser mit den Larven dann durch ein normales feinmaschiges Fangsieb. Spüle dann nochmal, anschließend noch ein wenig Vitamine für Frostfutter rauf und dann mit einem kleinen Löffel in's Becken geben.
Jens
Hallo Egon,
bleib bei deiner Methode, sonst riskierst Du Darmkrankheiten bei den Fischen. Ich habe früher auch gefrorene Würfel gefuttert, bis mir ein Fachmann erklärte, warum meine Fische immer Krankeheiten hatten. Jetzt futtere ich aufgetautes Futter und habe seit dieser Zeit weitgehend Ruhe vor solchen Problemen
Gruß Gerhard
Hallo,
Das kann ich bestätigen. Mir sind möglicherweise deshalb mal fast alle Guppies gestorben, weil ich gefrorene rote Mückenlarven gefüttert habe. Ich bin nicht ganz sicher, denn das Aquarium war neu eingerichtet, aber sowas war mir vorher noch nie passiert.
Gruß Uwe
Hallo Egon,
> Ich taue die gefrorenen Würfel in einem Platikbecher in
> etwas Wasser auf ...
Sicherlich eine gute, wenn auch sehr arbeitsintensive Methode.
> Die Methode der anderen beiden ...
So ähnlich handhabe ich es. Ich zerteile das Frostfutter unter der Zuhilfenahme des "warmen" Wassers direkt im Aquarium. Vorausgesetzt es ist qualitativ gutes Frostfutter, so dürfte dies aus verschmutzungstechnischer Sicht nicht nachteilig sein.
> Das halte ich persönlich nun nicht so toll
Na ja, bedenke, dass du kein Fisch bist ;-).
Ich mag beispielsweise mein Spinat mit einem Blubb ... und zwar schön heiß. Dennoch serviere ich den Spinat meinen Fischen ein wenig anders.
Grüße Detlef
HI
> Meine Methode:
Ich mache es ääähnlich. Ich gebe den gefrorenen Würfel ins Teesieb, und spüle dann direkt mit Wasser, bis das aufgetaut ist. dann ab zu den Fischis
> Die Methode der anderen beiden:
das mit dem kalten ist nicht so das Problem, als vielmehr die Phosphatbelastung, die Du damit in Becken holst. Das stammt aus den aufgebrochenen Zellen, und kann echt zum Problem werden.
Ein Grund für Algen.
Kalle
>So ähnlich mache ich es auch.
Ich nicht. Gerade weil ich wenigstens an die PO4 Nachweisgrenze kommen will, werfe ich die gefrorenen Würfel ins Becken. Und wenn die Würfel gross genug sind, können sie ja auch nicht am Stück verschluckt werden,sondern die Fische reissen nur das bereits aufgetaute ab. Da ist richtig action im Becken. Was füttert ihr denn sonst so, weil ich hier immer von zu hohen PO4 Werten lese? Ich komme bei meinem 250 l Becken nur an das zarteste Blau (Hagen-Test), dass man sich vorstellen kann.
Gruss Harald
Hallo Harald,
Der Brocken wird aber kleiner. Mir ist es vor etlichen Jahren einmal passiert, daß ein Ahli (die haben ein ziemlich großes Maul) etwas zu spät zum fressen kam und den restlichen Klumpen verschluckt hat. Daraufhin ist er ein paar Sekunden lang wie vom Blitz getroffen durch das Becken gerast und schwamm danach kieloben. Seit diesem Tag achte ich peinlich genau darauf, daß das Futter aufgetaut ist. Wenn Dein Phosphat so gut abgebaut wird, hast Du wahrscheinlich reichlich Pflanzen im Aquarium. In einem Barschbecken sieht die Sache schon ganz anders aus, da ist man froh um jedes Milligramm, das draußen bleibt.
Gruß Bernd
Hallo Egon,
> Meine Methode:
So ähnlich mache ich es auch. Das gilt, um einer PO4-Verschmutzung des Wassers vorzubeugen.
> Die Methode der anderen beiden:
Und nun zur Nahrungstemperatur: H. Bremer, (Fisch-)Ernährungswissenschaftler (und Buchautor)sagt dazu, Larven gefroren ins Becken schmeißen, und keine Angst, die Fische erkälten sich schon nicht. J. Etscheidt, vet. Ärztin (und Buchautorin) sagt dazu, auf keinen Fall Larven gefroren ins Becken schmeißen, große Gefahr der Unterkühlung der Schleimhaut.
Meine Bemerkung: Alles klar?
Freundliche Grüße, Klaus.
Hallo Klaus, hallo egon:
Ich taue das Futter auch vorher immer auf, indem ich es in dein feines Sieb gebe und kurz unter die Wasserleitung halte. Dauert so ca. 30 Sek. bis alles aufgetaut ist. Ich mache das aus mehreren Gründen:
1. Fressen die Fische noch gefrorene Brocken, so können sie chronische Erkrankungen davontragen, die sie anfällig gegen Krankheiten macht.
2. Nur aufgetautes Futter kann man gut mit Vitaminzugaben mischen.
3. Die Portionierung ist viel leichter, gerade wenn man mehrere AQ hat und in einigen nur sehr wenige Fische drin sind (ein ganzer Frostwürfel ist dann viel zu viel, er wird dann auf mehrere AQ verteilt). Tiefgefrorenes (besonders die Würfel) läßt sich nur mit schwerem Gerät in kleinere Portionen zerhacken.
4. Duch das kurze durchspülen wird der ganze Schmodder weggespült und belastet nicht menr das Wasser.Aufgrund des Gefrierprozesses treten aus den geplatzen Zellen nicht nur Phosphat, sondern auch etliches an organischem Zeugs (bestes Bakterienfutter --> bei zu viel: Bakterienblüte) aus und belasten das Wasser. Man spült auf die Weise zwar auch etwas an Vitaminen weg, aber die kann man ja leicht dachdosieren.
5. Durch das schnelle Verteilen des bereits aufgetauten Frostfutters im AQ müssen sich die Fisch etwas anstrengen,um was abzubekommen. Das trainiert besser als wenn sie nur bequem zum Frostpaket schwimmen müssen, davor stehen bleibnen und einfach nur zupfen müssen.
Ich hab noch einen: R. Bauer (Dissertation am Zoologischen Institut Uni Hohenheim): Kap. 3.1.10: Allgemeine Gefahren durch Gefrierfutter:
1. Durch zu lange eingefrorenes Futter kann es zu Mangelerscheinungen kommen.
2. Schäden werden verursacht durch unvollständig aufgetautes Gefrierfutter (chronische Darmentzündung).
3. Schäden, neben dem Darm auch insbesondere der Leber, entstehen durch zu langes Auftauen des Frostfutters, da es dabei sehr schnell verdirbt.
Fazit: Frostfutter vollständig auftauen, aber auch so schnell wie möglich auftauen. Also nicht einfach an der Luft oder in einer Tasse mit Wasser stehen lassen (ein paar Minuten reichen schon aus, damit es verdirbt), sondern sehr schnell auftauen unter fließendem Wasser (dauert so ca. 30 Sek. je nach Dicke des Stücks) oder ev. kurz in die Mikrowelle.
Gruß Sieglinde
Hallo Egon,
> Meine Methode:
wäre auch meine Methode.
> Die Methode der anderen beiden:
Würde ich nicht empfehlen. Ein Grund ist die Soße, die Du so mit ins AQ schleppst. Deine beiden Experten sollen mal einen Würfel Frostfutter außerhalb des AQ auftauen und dann in der kleinen Pfütze zum Spaß den Phosphatgehalt ermitteln. Die dürfen das Pfützchen zur Not auch verdünnen. Wenn Du gern dumme Gesichter siehst, stell Dich dazu und beobachte. ;)
Abgesehen davon, das das Futter oft im "eigenen Saft" gefrostet wird, zerreißen beim Einfrieren Zellmembranen im Gewebe der Futtertiere. Die Flüssigkeit in den Zellen ist eine wahre Nähr- stoffbrühe, die beim Auftauen im AQ aber vom Fisch kaum mit auf- genommen wird, sondern sich zur Freude von Bakterien und Algen im Wasser verteilt. :(
Mal abgesehen vom oben Geschriebenen würde ich gefrorenes Futter nicht zu Fischen ins Wasser tun, die da wie die Geier über Würfel/ Platte herfallen und noch arg kalte Brocken runterwürgen..
MfG Lars
Hallo Lars,
tststs ... und immer wieder leichte Anfälle von Anthropomorphismus ;-).
Es soll sogar Leute geben, die behaupten, dass die Aufnahme im gefrorenen Zustand die gehaltvollste für den Fisch sei. Ich möchte nicht mit allen Mittel meine positive Erfahrung mit der Fütterung im gefrorenen Zustand verteidigen, solche Diskussionen gab es schließlich hier schon zu genüge, aber die vorgebrachten Gegenargumente sind aus meiner Sicht haltlos.
Ein Vorteil der Fütterung im gefrorenen Zustand ist übrigens auch der gesteigerte Arbeitseinsatz, den die Fische leisten müssen. Während die Fische sonst lediglich ihr Maul beim lose vorbeischwimmenden Futter öffnen müssen, erhöht der gesteigerte Kampf um den Brocken Futter die Vitalität ;-).
Mein Fazit aus rund 15 Jahren unaufgetauter Frostfutterkultur: Die direkte Verfütterung hat keinerlei offensichtliche Nachteile. Aber ich weiß: die Blinden die glauben was sie sehen ;-).
Grüße Detlef
Hallo Detlef,
> tststs ... und immer wieder leichte Anfälle von Anthropomorphismus ;-).
verschone mich mit derartigen Vorwürfen! :)
> Es soll sogar Leute geben, die behaupten, dass die Aufnahme im gefrorenen
> Zustand die gehaltvollste für den Fisch sei.
Man hört immer wieder, daß die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. :)
... Die gehaltvollste Fütterung ist bei mir noch immer die Fütterung mit Lebendfutter aus Teich u.ä..;)
> Ich möchte nicht mit allen Mittel meine positive Erfahrung mit der Fütterung
> im gefrorenen Zustand verteidigen
... aber unkommentiert magst Du das Geschriebene auch nicht stehen lassen?! ;)
> aber die vorgebrachten Gegenargumente sind aus meiner Sicht
> haltlos.
Dann entkräfte sie, indem Du die Hintergründe erklärst. Ich kann's im Moment nicht, drum diskutiere ich nicht weiter.
> Ein Vorteil der Fütterung im gefrorenen Zustand ist übrigens auch der
> gesteigerte Arbeitseinsatz, den die Fische leisten müssen.
Da habe ich die Alternative für Dich und Deine Fische: Tümpelfutter! Während der Aquarianer sonst nur träge ins Geschäft schleicht, erhöht der gesteigerte K(r)ampf bei der Suche nach guten Fanggründen für Zoo- plankton zuerst sicher ganz unglaublich die Vitalität des Aquarianers selbst und später die der Fische. ;) Ach, und keine Angst vor dem kalten Wasser! Ich kann nach 15 Jahren Arbeit im meist kalten Wasser keine negativen Effekte beobachten. Es soll sogar Leute geben, die behaupten, kaltes Wasser sei gesund. :)
MfG Lars
Hallo Lars,
> verschone mich mit derartigen Vorwürfen! :)
;-)
> Man hört immer wieder, daß die Kühlkette nicht unterbrochen werden
> darf. :)
Na eben.
> ... Die gehaltvollste Fütterung ist bei mir noch immer die Fütterung
> mit Lebendfutter aus Teich u.ä.. ;)
Ohne Zweifel. Doch der Mensch neigt zur Faulheit ;-). Ich warte ja noch immer auf den genialen Geschäftsmann,der per Versandt das ultimative Sortiment an Lebendfutter offeriert.
> ... aber unkommentiert magst Du das Geschriebene auch nicht stehen
> lassen?! ;)
Ertappt ;-).
> Dann entkräfte sie, indem Du die Hintergründe erklärst. Ich kann's
> im Moment nicht, drum diskutiere ich nicht weiter.
a.) kann ich das leider nicht ... habe etwas anderes gelernt und
b.) habe ich nicht das Bedürfnis es durch Literaturstellen etc. zu entkräftigen, da der praktische Beweis für mich vorhanden ist.
> Da habe ich die Alternative für Dich und Deine Fische: Tümpelfutter!
Du meinst also, aufstehen, zur Tiefkühltruhe laufen und Frostwürfel aus dem Blister zwängen ist keine ausreichende Beschäftigung ... ? ;-). Aber zumindest habe mir meine Fanggründe auf meine Dachterrasse verlegt. Dort tummeln sich sogar jetzt noch relativ viele Wasserflöhe ... ;-).
> Ach, und keine Angst vor dem kalten Wasser!
Und das mir, als bekennenden Warmduscher ;-)
Grüße Detlef
Hallo,
zum Thema Frostfutter muß ich mal etwas von der Seele reden :-) : Heute war ich bei zwei Händlern mit viel Publikumsverkehr (also schon recht groß) und habe mir nebenbei wieder mal das Frostfutter angeschaut. Ich liebäugle schon längere Zeit damit, meinen Fischen auch einmal etwas vermeindlich gesünderes zukommen zu lassen. Allerdings schreckt mich der Zustand des Frostfutters jedesmal vom Kauf ab, da es innerhalb der Folie von einer Eiskruste (Schnee) umgeben ist und die Blöcke selbst Gefrierbrand aufweisen (Hellfärbungen, sieht aus wie vertrocknet). Das Frostfutter in unserem Gefrierschrank, das für meine Frau und mich gedacht ist und so aussieht,wandert in die Mülltonne. Oder verfüttert ihr so etwas an Eure Fische?
Gruß Markus
Hi Markus,
ein heikles und leider Gottes immer wieder kehrenes Thema das Du da anschneidest....;(( Futter das so ausschaut bleibt bei mir dort liegen wo es ist (im Kühlschrank des Händlers) bzw. wenn ich in meinem Vorrat eine solche Packung finde, dann wandert die auf kürzestem Wege in den Müll! Ich teile Deine Einschätzung, dass Futter in einem solchen Zustand absolut wertlos, um nicht zu sagen schädlich ist!
Viele Grüße - Olaf
Hallo Olaf und Markus,
Bitte das Ganze rot unterstreichen. Eiskrusten sind ein sicheres Zeichen, dass die Kuehlkette unterbrochen war und das Futter zumindest angetaut war. Frostfutter das nur in diesen weissen Plastiktueten verpackt ist (nicht vakuumgezogen) zeigt das oft. Haende weg davon. Das Futter in den Plastikschaelchen mit der Folienseite ist besser gegeignet. Generell immer aufpassen beim Frostfutterkauf. Oder selbst einfrieren. Im Fischhandel (jetzt meine ich den fuer unser Happa Happa) gibt es bei uns z.B. kleine Aehrenfische zu kaufen, nennt sich Aquadelle und sind kleiner als Sardellen, Babyoktopus und anderes frisches Fischfilet. Für grosse Fische im Ganzen eingefroren, oder fuer die Kleinen im Mixer zerhackt und mit Spinat/moehren vermischt duenn auf eine Platte streichen und ebenfalls eingefroren,ergibt auch ein wertvolles Futter.
viele Gruesse Trixie
Hi Trixi,
wenn Du das dann nur so fein zerkleinerst, daß es keine dünnflüssige Plürre wird und etwas (zuvor gründlich gewässertes Laub) in den Mixer wirfst, sollte das Problem fehlender Balaststoffe auch erledigt sein. Wird dann so 'ne Art Vollwert-Wasa für Fische. ;)
Grüße aus dem verschneiten Allgäu :)
Lars
Hallo Markus:
Ne, sowas bleibt beim Händler. Ich kaufe da nur die Blisterpackungen mit den eingeschweiten Würfelchen,und auch nur dann, wenn außen kein Rauhreif dran ist. Ansonsten friere ich auch viel selbst ein (Eiswürfelbeutelchen).
Gruß Sieglinde
Hallo Lars,
danke fuer den Tipp mit dem Laub. Das kommt beim Naechstenmal mit rein.
> Grüße aus dem verschneiten Allgäu :)
neidisch Trixie ;-)
Bitte fass diese Diskussion zusammen, zumindest einen Teil davon. Wenn du mitmachst, machen auch andere mit. Davon profitierst du wieder. Schreib einfach die Argumente übersichtlich auf, die du gerade gelesen hast. Lass Unwichtiges, Ballast und schmückendes Beiwerk weg. Stell Pro und Kontra dar, damit die Meinungsvielfalt erhalten bleibt. Lass die Diskussion einfach davor oder dahinter stehen. Wenn alles zusammen gefasst ist, kann die Diskussion auch gelöscht werden. Du kannst natürlich auch dein eigenes Wissen aufschreiben. Weitere Hinweise und Beispiele stehen bei den Hinweisen zur Mitarbeit.
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Anmerkungen zu dieser Seite bis Oktober 2007
84.160.34.xxx31.08.2006 20:01 Uhr [X] Servus,
Am besten finde ich, wenn man das Frostfutter auftaut und dann das Wasser weglehrt, und das Futter ins Becken
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