Holzaquarien
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Holzaquarium

Warum nicht mal aus Holz?

Der Bau eines Meerwasseraquariums aus Glas oder Eternit ist in der einschlägigen Literatur immer wie-der beschrieben worden. Als nun vor einiger Zeit bei mir ein Umzug anstand und ich entschlossen war mich "aquarienmäßig" zu vergrößern, stellte sich automatisch die Frage nach der Bauart des neuen Beckens. Ein Glasaquarium kam für mich auf Grund der nur eingeschränkten Haltbarkeit nicht mehr in Frage.Für die Alternative statt dessen ein Eternitbecken zu bauen konnte ich mich ebenfalls nicht recht ent-scheiden.Gemeinsam mit meinem Freund und Aquarianer Peter Hille hielten wir nach weiteren geeigne-ten Materialien Ausschau.Schließlich entschloß ich mich zur Verwendung von 22mm starken HDF-Holzplatten, welche mit glasfa-serverstärktem Polyester versiegelt werden sollten. Im folgenden möchte ich die Bauphase mit den wesentlichen Eckdaten kurz dokumentieren und anderen, interessierten Aquarianern diese vorteilhafte Art des Aquarienbaus näherbringen. Was daran vorteilhaft ist? Zum Einen der gegenüber Glas deutlich geringere Preis bei besserer Haltbarkeit, zum Anderen die Mög-lichkeit hinsichtlich Größe und Form praktisch alles verwirklichen zu können was Ihnen schon immer vorschwebte. Bei meinem Aquarium handelt es sich um ein B1900xT800xH650 mm Becken mit außen angebrachtem Überlauf-Filterkasten. Zunächst ließ ich bei einem ortsansässigen Schreiner die 22mm HDF-Platten ent-sprechend zuschneiden und versorgte mich mit ca. 30kg Polyesterharz (inkl. Härter), etwa 3 Liter blauer Schwimmbadfarbe und einer für etwa 3 Lagen ausreichender Menge Glasfasermatten der Firma Steppan Kunststoffbau in Bottrop. Pro qm Aquarienfläche müssen etwa 5,5 - 6kg Polyester, 0,5 Liter Schwimmbadfarbe sowie 3 - 3,5 qm Glasfasermatte veranschlagt werden. Für das von mir geplante Aquarium, welches von zwei Seiten einsehbar ist, ließ ich folgende Holzplatten zuschneiden: ? Rückwand:1900*650 mm ? Frontplatte: 1900*650 mm mit Fensterausschnitt 1800*550 mm ? Seitenwand (links): 650*706 mm ? Seitenwand (rechts): 650*706 mm mit Fensterausschnitt 400*500 mm ? Bodenplatte: 1856*706 mm Außerdem benötigte ich eine Frontscheibe sowie eine Seitenscheibe, deren genaues Maß aber erst nach Fertigstellung des Holzbeckens sowie Einbringung der Polyesterschicht ermittelbar ist und daher auch erst zu diesem Zeitpunkt bestellt werden sollte. In meinem Fall verwendete ich 12mm starke Opti-White Kristallglasplatten, die jeweils mit einem 50mm breitem Floatglasstreifen am oberen Rand verstärkt wurden. Das Opti-White Glas hat gegenüber dem normalen Floatglas den Vorteil, daß keinerlei Farbverfälschungen auftreten, ist jedoch auch erheblich teurer. Die Holzplatten wurden von mir mit 40mm Holzschrauben im Abstand von ca 5 cm rundherum verschraubt. Zusätzlich wurden alle Platten mit wasserfestem Holzleim der Firma Ponal verleimt. Im zweiten Schritt wurde die geschlossene Seitenwand oben auf einer Länge von 350mm um 50 mm aus-genommen. Hier entsteht der Überlauf zum später angebrachten Überlaufkasten. Anschließend wurde der Überlaufkasten mit den nötigen Bohrungen für die Abläufe versehen, an die Seitenwand angesetzt und von der Beckeninnenseite her verschraubt. Nach Fertigstellung des "Grundgerüstes" stand nun der Versiegelung mit Polyester nichts mehr im Wege. Meine Empfehlung für die Verabeitung lautet zunächst: "Auf keinen Fall in geschlossenen Räumen und bei Temperaturen unter 10 Grad C."Wir haben nie mehr als 2-3 Liter Polyester mit Härter versehen um zu vermeiden, daß uns das Harz bereits während der Verarbeitung aushärtet. Jede Aquarienseite wurde liegend mit Polyester bestrichen, dann mit einer ersten Schicht Glasfasermatte belegt und wieder bestrichen, bis die Matte gut getränkt war. Bevor wir die nächste Seite des Aquariums bearbeiteten, haben wir das Harz jeweils etwa 30 Minuten anziehen lassen, um ein Heruterlaufen mit Tropfenbildung zu vermeiden. Diese Technik kostet zwar etwas Zeit, hat sich aber hervoragend bewährt. Die gesamte Prozedur wurde 3 mal wiederholt, so daß am Ende jede Seite mit 3 Schichten Glasfaser und einer etwa 6-8mm starken Schicht Polyester belegt war. Besonders zu beachten ist auch die Versiegelung der Kante zum Überlaufkasten sowie die Vermeidung von starken Polyesteransammlungen in den Aquarienecken, insbesondere dort,wo später die Scheiben eingesetzt werde sollen. Nachdem das Polyester einige Tage durchgehärtet war brachten wir nun noch die Schwimmbadfarbe von innen und außen auf das Material auf. Bei der Farbe ist unbedingt darauf zu achten, das sie vom Meerwasser nicht angelöst wird und absolut lebensmittelecht ist. Die von uns verwendete Farbe mußte, wie schon das Harz mit Härter versehen werden und konnte dann leicht mit einer Rolle aufgetragen werden. Nach vollständiger Austrocknung der Schwimmbadfarbe (ca. 3Tage) und Versiegelung der Beckenaußen-seiten mit einem wasserfestem Buntlack wurde das Aquarium noch mit einem Edelstahlrahmen aus 2mm-Blech zusätzlich verstärkt. Der Rahmen wurde am Becken geschweißt, um höchst mögliche Passgenauig-keit zu erreichen. Anschließend können die Scheiben eingesetzt werden. Wir verwendeten zur Verklebung ausschließlich Silikon der Firma Perenator, welcher eindeutig als "Seewasserfest" ausgewiesen wird.Nach einer erneuten Trockenzeit von 2-3 Tagen konnte nun die Dichtigkeitsüberprüfung stattfinden.Anschließend wurde das Aquarium ca. 2 Wochen gewässert um eventuell vorhandene Farb- oder Silikonrückstände aus-zuspühlen. Dabei wurde das Wasser im Aquarium auf ca. 35 Grad C erhitzt um die Ausschwämmung von Reststoffen zu unterstützen. Schließlich transportierten wir das nunmehr fast 200kg schwere Becken an seinen neuen Standort. Die nächsten Schritte zur Inbetriebnahme waren nun die Installation der Elektroanlagen, des Filtersystems, der Abschäumung und der Beleuchtung sowie die Befüllung des Aquariums mit Osmosewasser. Doch dazu ein anderes mal mehr.

Andreas Behre


> Warum nicht mal aus Holz?

Weil man so schwer durchschauen kann?

Marco


Hi,

transparentes Aluminium heisst die Alternative. 15 mal haltbarer als Glas und dazu elastisch. Das Problem ist salzwasser heisst Korrosion.

Gruss Wolfram


Hi Wolfram,

... jaaa, und darin kann man sogar Wale durch Raum und Zeit transportieren ;-))) Wie praktisch :-)

  • LOL*

Viele Grüße, Korinna & Peter


Hallo Andreas

> Warum nicht mal aus Holz?

Ja, warum nicht? Ich hatte selbst ein Aquarium aus Holz mit einer Frontscheibe aus Glas (nicht dass da einer fragt) in Betrieb, allerdings nur rund 200l. Damit es auch richtig dicht war und auch keine Feuchtigkeit ins Holz eindringen konnte, war es mit einer dicken Schicht schwarzer Unterwasserfarbe bestrichen. Tja, und hier liegt das Problem. Hast du kontrolliert, was alles in dem von dir verwendeten Anstrich drin ist?

Gruss, Cla


Hi Cla,

natürlich habe ich das vorher abgecheckt. Das Material wird seit Jahren auch zum Bau von Filteranlagen im Bereich der Koi-Zucht verwendet. Im Seewasser verwende ich das Material nun über 1 Jahr ohnen Probleme (Stein- und Weichkorallen stehen gut). Ein langfristiger Test steht aber noch aus.

Gruss
Andreas


Hai Andreas...

Das Ganze ist auch in Lebensraum Aquarium, Peter Hunnam mit Bildern beschrieben. Falls noch jemand auf die Idee kommen sollte sowas zu bauen.

M.V.


Holzaquarium

Hi !

Leider muss ich das jetzt auch hier posten, da ich im Aquaristikforum kaum Antworten bekommen habe. Auf Olafs Forum lief neulich ein Thread über Holzaquarien der mich sehr interessiert hat. Ich habe mir auch die Links (drta Zusammenfassung, www.holzaquarium.de und www.zierfische-online.de) angeschaut. Der Bau scheint mir ja nicht sehr schwierig zu sein und das ganze wirkt auch sicherer als ein reines Glasaquarium da man das ganze beliebig mit Winkeln etc verstärken kann und ist sicher leicht zu reparieren. Was mir fehlt sind allerdings mehr persönliche Erfahrungen von Leuten die sowas gemacht haben im speziellen Langzeiterfahrungen und auf was man beim Bau acht geben muss. Ich möchte mir nämlich ein neues 300l in Sondermassen anschaffen und überlege mir jetzt ob ichs nicht auf diese Art bauen soll weil es mir auch optisch gut gefällt und ich die Seitenwände sowieso nicht aus Glas brauche da sie nicht sichtbar wären.

Hoffe auf viele Infos und Tips.
Gruss Thomas


Thomas,

habe noch keine Erfahrung mit Holzaquarien, habe mich aber bei einem Holztechniker sachkundig gemacht weil mein nächstes auch so gebaut werden soll. Daher nur eine kurze Beschreibung dessen was ich plane.

Der Korpus wird wg. der Gefahr des Quellens nicht aus Spanplatten sondern aus Betoplan gebaut das absolut wasserfest ist. Eine Lackierung ist dann nicht notwendig, nur eine wasserfeste Verklebung (Ponal Construct) die ich sicherheitshalber noch mit Silikon abdecken werde.

Die Teile an der Vorderseite und Teile der Abdeckung baue ich wg. der besseren Bearbeitbarkeit allerdings aus MDF-Platten. Das Problem dabei ist weniger die Wasserfestigkeit sondern die Wasserdampfdurchlässigkeit. Deshalb werden werden diese mit DD-Lack beschichtet (Rolle) das die geringste Dampf- durchlässigkeit hat.

Bei einem Querschnitt von 70x60cm (TiefexHöhe) werde ich 16/19 mm Betoplan nehmen. Betoplan splitter leicht beim Zuschneiden so daß es empfehlenswert ist sich die Platten bei einer Tischlerei zuschneiden zu lassen. Deren Sägen habe so ein kleine Vorsäge die das Splittern verhindert.

Erfahrungen mit Holzaquarien aus Tischlerplatten hat auch Andreas http://www.potamotrygon.de/ . Vielleicht meldet er sich ja noch.

Der Bau ist sicherlich recht arbeitsaufwendig, zumindest wenn du eine Abdeckung haben willst. Offene AQs sind da evtl. vorzuziehen.

Billigere Materialalternativen sind noch die Schalbretter die die Maurer Verwenden (ca 40,- qm). Betoplan ist gut doppelt so teuer.

Peter


Danke für die Info !

Habe mal kurz recherchiert im Netz was Betoplan ist. 3m² 12mm Stärke haben 70 kg !!!!! Da komme ich ja auf bei einem Aquarium von 150x50x50 grübel 2.75m² ohne Abdeckung mit Unterschrank auf über 100kg mit Deko und so bevor ein Liter Wasser drinnen ist. Wie schwer ist eigentlich ein Glasaquarium dieser Grösse ? Was für eine Dichte hat Glas bzw Quadratmetergewicht ?

Folgendes habe ich noch so nebenbei gefunden. Mal anschauen wie schwer und stabil dieses Material ist.

Zitat: Um eine Art Kunststoff-Schwester der bekannten Betoplan Top handelt es sich bei Westag Perfectal, die einbaufertige Schalungsplatte für Rahmenschalungssysteme. Beide haben den gleichen bewährten Sperrholzträger, aber im Gegensatz zur Phenolharzfilmbeschichtung der Betoplan hat Perfectal eine beidseitig GFK-verstärkte PP-Auflage. Diese Beschichtung ermöglicht ein vergleichsweise geringes Quell- und Schwindvermögen der Platte bei erhöhten Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen. Perfectal ist in den Dicken 15, 18 und 21 mm erhältlich

Gruss Thomas


Thomas,

Warum Unterschrank auch aus Betoplan ? Kann man besser MDF zu nehmen denke ich. Keine Ahnung wie schwer Glas ist,aber ich vermute mal schwerer oder vergleichbar.

> Um eine Art Kunststoff-Schwester der bekannten Betoplan
> Top handelt es sich bei Westag Perfectal, die einbaufertig
> Schalungsplatte für Rahmenschalungssysteme. Beide haben
> den gleichen bewährten Sperrholzträger, aber im Gegensatz
> zur Phenolharzfilmbeschichtung der Betoplan hat Perfectal eine
> beidseitig GFK-verstärkte PP-Auflage.

Vermutlich OK bis besser, aber wohl auch teurer. Wenn du es unbedingt leichter haben willst bieteten sich eigendlich nur Tischerplatten an. Aber die muss man sorgfältig beschichten da nicht wasserfest. Würde ich dann mit GFK/Epoxy machen. Dürfte aber auch kein Problem sein.

Betoplan gibts übrigens wohl in jedem Holzhandel.

Peter


Hi,

Glas hat eine Dichte von ca. 2,5 kg/l. Damit wiegt ein Glasbecken dieser Abemessungen auch in dieser Größenordnung.

ciao Andreas


Hai Thomas...

Du kennst das Buch Lebensraum Aquarium, Peter Hunnam, http://www.weltbild.de oder in deren Laeden, 29,80 DM. Da ist der Bau beschrieben.

M.V.


Erfahrung mit Eigenbau ?

hallo jana,

eins vor wech, da ich tischler bin halte ich von den so genannten holz-aquarien nicht viel. zumindest nicht in der form wie sie seit Jahrzehnten gebaut werden, spannplatten irgend ein chemie zeug draufschmieren und dann sogar noch lackieren.

du wirst keinen maler oder lackiere finden der dir sagt das es einen lack gibt der nicht ausdünstet! auch wenn andere behaupten ihren fischen geht es gut, mir bleiben zweifel.

aber trotzdem kann ich dir helfen. da ich selber ein scalar-becken plane, (maße: 1000x700x900 mm) mußich notgedrungen auch auf holz ausweichen, da für diese größe eine glasstärke von mindestens 15 mm angebracht ist. ist mir zu teuer.

zusätzlich zur vollgenden erklährung habe ich dir provisorisch zwei Skizzen ins netz gestellt:http://home.arcor.de/kasiopaya/

auch hier werden die multiplexplatten von innen einmal mit klarlack behandelt, damit das silikon besser hält.also das beispiel zeigt eine multiplexplatte (stärke richtet sich nach die größe deines beckens,für meins nehme ich 35 mm), auf der rückwand streichst du mit einen zahn-spahtel flächig silikon und drückst dort eine gleich große 3mm starke glasplatte drauf.

mit den seiten verfährst du genau so nur denke beim zuschnitt daran das die holzplatte um die matterial stärke der rückwand plus des glases und 2-3 mm luft für silikon, breiter sein muß.

bevor du das glas aufklebst, mußt du da wo die 2-3 mm fuge für das silikon bleibt, einen streifen tape kleben. er verhindert das sich die silikon-naht mit dem holz verbindet und dann nicht mehr arbeiten kann.

wenn das silikon ausgehärtet ist leimst und verschraubst du den korpus. danach verfährst du eigentlich genauso weiter als wenn du ein glasbecken klebst.

die seiten der boden und die querstrebe oben müßen bevor das glas aufgeklebt wird, für die frontscheibe noch gefalzt werden. auch dort 2-3 mm luft zugeben für das silikon.

wenn die scheibe dann eingelassen ist, wird vor ihr noch ein rahmen geschraubt.

danach mußt du natürlich noch einen schrank um dein becken bauen.

so jana, dieser aufwand lohnt sich aber nur wenn du ein sonder maß möchtest welches draußen zu teuer ist.

mfg. Tim


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