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Algen -> Algenarten -> Fadenalgen

Wo Fadenalgen vorkommen.

Fadenalgen gehören zur Gruppe der Grünalgen. In der Regel treten Grünalgen bei guter Wasserqualität, hohem Nährstoffangebot und starker Beleuchtung auf. Wie der Name sagt, bilden Fadenalgen lange Fäden. Bei geeigneten Bedingungen sind sie in der Lage, in einem Aquarium schnell alles zu überwuchern.
Die Länge der Fäden kann unterschiedlich sein. Bei einigen Arten ragen einige Zentimeter lange Fäden aus dem Boden, andere Arten umwickeln mit ihren Fäden ganze Pflanzengruppen. Manchmal siedeln sich kleine Gruppen von Fadenalgen direkt an den Pflanzen im Wurzelwerk an. Besonders wenn sie sich auf den Pflanzenblättern festsetzen, können sie die Pflanzen schädigen.

Fadenalgen im Aufzuchtbecken sind nützlich.


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Fadenalgen an Teichlebermoos

Foto: Norbert Heidbüchel

Fadenalgen sind eine sehr geeignete Pflanze für Aufzuchtbecken. Sie sind in der Lage, auch dann noch zu wachsen, wenn andere Pflanzen ihr Wachstum aufgrund fehlender Spurenelemente bereits eingestellt haben. Mit ihrem Stoffwechsel verhindern sie so, dass hohe Schadstoffkonzentrationen, z. B. von Ammonium, durch den Abbau von Eiweiß auftreten.
Voraussetzung hierfür ist natürlich eine angemessene Besatzdichte und Beleuchtung. Bedecken sie die Wasseroberfläche, sorgen sie an sonnigen Tagen für eine Abschattung und halten damit den Temperaturanstieg in Grenzen. Zusätzlich wird so auch ein zu hoher CO2 Verbrauch und in der Folge eine ungewollte Änderung des pH-Werts vermieden. Die im Gewirr der Fadenalgen hängenbleibenden Sauerstoffbläschen sorgen über Nacht für eine gute Sauerstoffversorgung des Aufzuchtbeckens.

Da die Fadenalgen eine sehr große Oberfläche bieten, siedeln sich in ihnen viele verschiedene Mikroorganismen an, die den Jungfischen als Nahrung dienen. Legt man zusätzlich verabreichtes Futter vorsichtig mit einer Pipette auf ein Polster von Fadenalgen, verhindert man, dass das Futter zu schnell auf den Boden sinkt. Dies ist besonders hilfreich, wenn oberflächenorientierte Jungfische mit kleinstem Lebendfutter versorgt werden müssen.

Ein Gewirr aus Fadenalgen bietet den Jungtieren einen gewissen Schutz, wenn z. B. die Elterntiere noch mit im Aufzuchtbecken sind.

Wuchert das Becken zu stark zu, kann ein Teil der Fadenalgen sehr einfach aus dem Becken genommen werden. Indirekt werden so die von den Fadenalgen verbrauchten Schadstoffe aus dem Becken entfernt.

Einige Fischarten, wie z. B. Cyprinidae (Koi) fressen Fadenalgen.


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Fadenalgen mit anfangendem Überzug durch Blaualgen

Foto: Frank Mersch

Ursachen


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Fadenalgen

Foto: Mario Braun

Fadenalgen wachsen meistens bei guter Wasserqualität und einem Überangebot von Nährstoffen und Licht. Selbst wenn die Bedingungen im Aquarium sich scheinbar nicht geändert haben, können kleine Veränderungen ein Wachstum der Fadenalgen auslösen. Ein solcher Auslöser kann z. B. eine leichte Temperaturerhöhung im Sommer sein. Andere Auslöser können das Auslichten der Pflanzen und veränderte Düngung sein. In all diesen Fällen kann es zu einem Ungleichgewicht zwischen dem Verbrauch an Nährstoffen durch die Pflanzen und dem Angebot an Nährstoffen kommen. Sobald mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen als durch die Pflanzen verbraucht wird, werden die überzähligen Nährstoffe von den Algen verwertet, die sich dann stark ausbreiten. Ist die Wasserqualität hoch und steht genug Licht zur Verfügung, profitieren die Fadenalgen. Oft treten Fadenalgen in Aquarien auf, die mit wenigen oder in der Hauptsache langsam wachsenden Pflanzen, wie z. B. Javafarn oder Anubias bewachsen sind. Diese sind aufgrund ihres langsamen Wuchses nicht in der Lage, genug Nährstoffe aus dem Wasser zu verbrauchen, um eine echte Konkurrenz für die Algen darzustellen.

Maßnahmen

Nahrungskonkurrenz

Am Besten bekämpft man Fadenalgen, indem man möglichst viele schnell wachsende Planzen wie Wasserfreund (Hygrophilia) und Sumpffreund (Limnophilia) in das Aquarium setzt. Diese verbrauchen die Nährstoffe, so dass diese den Algen nicht mehr zur Verfügung stehen. Es muss darauf geachtet werden, dass den Pflanzen geeignete Nährstoffe (Dünger, CO2) in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Solche Pflanzen wachsen bei guten Bedingungen um 100 Prozent in zwei Wochen. Werden sie zu lang, werden die oberen Teile abgeschnitten und neu gesteckt, solange noch Platz vorhanden ist. Wenn die alten Pflanzen unansehnlich werden und beginnen sich zu zersetzen, werden die alten Pflanzen aus dem Boden gezogen und durch die abgeschnittenen oberen Teile ersetzt. Bei starkem Pflanzenwachstum erhalten die Algen auf Dauer nicht genug Nährstoffe. Bis die Algen zurückgehen kann es mehrere Wochen dauern. Ein vollkommen algenfreies Aquarium erhält man aber auch hierdurch nicht.

Als Nahrungskonkurrenz können auch Landpflanzen verwendet werden. Die Wurzeln dieser Pflanzen können direkt oder z. B. in einem Topf mit Blähton in das Aquarium gehängt werden. Landpflanzen entziehen dem Wasser vor allem überschüssiges Nitrat.

Nahrungsangebot verringern

Bei einer Algenplage sollte auf jeden Fall Nitrat (NO3) und Phosphat (PO4) kontrolliert werden, da in der Regel ein Überschuss bei mindestens einem dieser beiden Nährstoffe vorliegt. Ein Überschuss an Nährstoffen kann verringert werden, indem der Eintrag an Nährstoffen in das Aquarium verringert wird. Vor allem Abbauprodukte aus der Fütterung bringen indirekt und zusätzlich zur Pflanzendüngung Nährstoffe in das Aquarium. Hier hilft eine Verringerung der Futtermenge. Kann aufgrund der Ansprüche der Fische nicht je Fisch weniger gefüttert werden, sollte der Besatz verkleinert werden. Als schnelle Maßnahme können überschüssige Nährstoffe durch reichliche Wasserwechsel aus dem Aquarium entfernt werden.

Fressfeinde einsetzen

Einige Fischarten fressen in bestimmtem Umfang Fadenalgen, wie z. B. die Siamesiche Rüsselbarbe. Rüsselbarben bevorzugen jedoch junge Grünalgen und fressen keine älteren und längeren Fadenalgen. Auch Antennenwelse fressen nur die jungen Triebe der Algen.

Beleuchtung verringern

Ist das Aquarium stark beleuchtet, kann begleitend die Lichtstärke verringert werden. Besonders, wenn die Sonne in das Aquarium scheint, kann eine Abschattung eine wirksame Maßnahme sein. Werden Schwimmpflanzen eingesetzt, erreicht man gleichzeitig zur Abschattung auch einen höheren Verbrauch an Nährstoffen. Auch die Verkürzung der Beleuchtungsdauer kann helfen. Beachtet werden muss dabei, dass bei geringerer Lichtstärke die Pflanzen langsamer wachsen und deshalb weniger Nährstoffe verbrauchen. Es kommt also wie immer bei Algen darauf an, dass richtige Gleichgewicht zwischen Nährstoffangebot und Nährstoffverbrauch durch Pflanzen zu finden.
Daher kann alternativ zu der Verringerung der Beleuchtung auch eine Anpassung der Menge aller Nährstoffe, insbesondere von CO2, an die starke Beleuchtung erfolgreich gegen Fadenalgen sein. Je stärker die Beleuchtung ist, desto mehr CO2 wird verbraucht. Ist nicht genug CO2 im Wasser, liegt ein Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt vor, das den Algen zugute kommt.

Chemische Algenbekämpfungsmittel


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Pelzalgen

Foto: Mario Braun

Auch wenn Fadenalgen sehr unschön aussehen können, sollte man sie auf keinen Fall mit chemischen Mitteln bekämpfen. Durch chemische Bekämpfung wird die Wasserqualität verschlechtert und das Wachstum der Pflanzen verringert, manche Pflanzen sogar ganz abgetötet. Algen können sich auf wechselnde Verhältnisse besser einstellen als Pflanzen. Nach Einsatz eines Algenmittels sind in der Regel die Pflanzen geschwächt, und die meisten Algen tot. Durch die Zersetzung der abgetöteten Algen entstehen wieder neue Nährstoffe, die jetzt erst recht im Überschuss vorhanden sind. Die überlebenden Algen und Sporen neuer Algen können diesen Überschuss schneller verarbeiten als die geschwächten Pflanzen und die Grundlage für die nächste Algenplage ist gelegt. Das wichtigste Mittel gegen Fadenalgen, konkurrierender Pflanzenwuchs, wird also beeinträchtigt. Selbst wenn kurzfristig die Fadenalgen zurückgehen, kommen entweder die Fadenalgen oder andere Algen in der Folgezeit verstärkt wieder.

Entfernung

Mit einem dünnen und rauen Holzstab kann man längere Fadenalgen aufwickeln. Fester sitzende Fäden rupft man aus oder reibt sie mit den Fingern ab, bis man sie frei im Wasser schwebend aufsammeln kann.

Anmerkungen zu dieser Seite bis Oktober 2007
Christian 84.169.177.xxx25.09.2007 18:53 Uhr [X]
Schöner Artikel - vielleicht sollte die Apfelschnecke als "Algenvernichter" noch Erwähnung finden


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Seite wurde zuletzt am 06.10.2017 19:51 Uhr geändert