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Algen kommen schnell und gehen langsam.

Spätestens mit dem Kauf von Pflanzen schleppt der Aquarianer eine Vielzahl verschiedener Algenarten in sein Aquarium ein. Die Algen oder ihre Sporen haften unsichtbar an den Pflanzen. Sind die Bedingungen im Aquarium für die Algen ungünstig, treten sie nicht sichtbar in Erscheinung. Erst wenn günstige Bedingungen vorliegen, breiten sie sich sichtbar aus. Bei besonders günstigen Bedingungen für die Algen kann es zu einer regelrechten Algenplage kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die unterschiedlichen Algenarten auch unterschiedliche Bedingungen im Aquarium bevorzugen. Zum Beispiel gibt es sowohl Algen, die schattige Stellen bevorzugen, als auch Algen, die besonders gut in grellem Licht wachsen.

Somit ist verständlich, dass Algen sehr schnell im Aquarium auftauchen und sich mehr als erwünscht ausbreiten, ihre Vermeidung und Beseitigung aber oft schwierig und langwierig ist. Andererseits sind Algen aber auch keine unabänderliche Seuche, die sich unvermeidbar immer weiter ausbreitet, sobald die ersten Algen im Aquarium sichtbar werden.

Der erste Kontakt mit Algen.

Unweigerlich kommt jeder Aquarianer zum ersten Mal mit dem Thema Algen in Kontakt, wenn sich in seinem neu eingerichteten Aquarium die ersten Algen ausbreiten. Die Einfahrphase eines Aquariums ist immer eine kritische Zeit. Meist befinden sich sehr viele Nährstoffe im Aquarium, ohne dass diese Nährstoffe auch durch die Pflanzen verbraucht werden.

Zuviel Dünger ist gut für Algen.

Vielen Aquarianern werden gerade für die Anfangsphase Bodenzusätze und Düngemittel empfohlen, die einen guten Pflanzenwuchs fördern sollen. Die Menge der Nährstoffe ist dabei in der Regel so berechnet, wie sie höchstens für ein Aquarium mit gutem Pflanzwuchs benötigt wird. Zusätzlich wird die benötigte Düngemenge meistens anhand der maximalen Wassermenge im Aquarium berechnet. Dabei wird nicht beachtet, dass durch den Bodengrund, Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände und sogar die Glasdicke wesentlich weniger Wasser im Aquarium vorhanden ist, als die Bruttoangaben beim Verkauf der Aquarien aussagen. Eine Faustregel geht davon aus, dass ca. 20 % weniger Wasser im Aquarium vorhanden ist, als nach den Außenmaßen des Aquariums berechnet wird.

Auch Pflanzen müssen sich eingewöhnen.

Wasserpflanzen werden in den Züchtereien meistens über Wasser gepflegt. Im Aquarium werfen daher viele Pflanzenarten zuerst einmal ihre Überwasserblätter ab und entwickeln neue Unterwasserblätter. Alle Pflanzenarten müssen sich zunächst einmal an das neue Aquarienklima gewöhnen und haben in dieser Zeit einen relativ geringen Stoffwechsel. Häufig werden in neuen Aquarien auch nur wenige Pflanzen eingesetzt, weil die Pflanzen sich ja vermehren. Im neu eingerichteten Aquarium verbrauchen die Pflanzen also relativ wenig Nährstoffe.

Fischfutter bringt Nährstoffe ins Wasser.

Aquaristikanfänger überschätzen in der Regel den Nahrungsbedarf der Fische und geben sehr viel Futter. Durch die Fütterung gelangen wiederum viele zusätzliche Nährstoffe und Spurenelement in das Wasser.

Hohes Angebot - niedriger Verbrauch.

Einem sehr hohen Nährstoffangebot steht in einem neu eingerichteten Aquarium also meistens ein sehr niedriger Nährstoffverbrauch gegenüber. Im Gegensatz zu Pflanzen, können sich Algen sehr schnell an veränderte bzw. neue Umgebungsbedingungen anpassen. Die überschüssigen Nährstoffe werden von den Algen verarbeitet, die sich daraufhin entsprechend schnell ausbreiten können.

Das Gleichgewicht finden.

Die wichtigste Maßnahme in einem übermäßig von Algen befallenen Aquarium besteht also darin, Nährstoffangebot und Nährstoffverbrauch durch die Pflanzen in ein Gleichgewicht zu bringen. Da der Nährstoffverbrauch durch die Pflanzen von mehreren Bedingungen abhängt, ist es nicht einfach das Gleichgewicht zu finden. Die Wirkung einer Maßnahme zeigt sich nicht sofort, sondern benötigt immer eine gewisse Zeit. Auch dies macht es schwierig, das Gleichgewicht zu finden. Werden nun ungeduldig immer wieder verschiedene Dinge im Aquarium gleichzeitig verändert, ist es praktisch unmöglich, den Gleichgewichtszustand zu finden. In solchen Aquarien treten immer wieder neue Algenplagen durch teilweise unterschiedliche Algenarten auf.

Wie kann Algen vorgebeugt werden?

Bepflanzung

Das Aquarium wird mit verschiedenen Pflanzenarten dicht bepflanzt, auch wenn nach einiger Zeit einige Pflanzen entfernt werden müssen, weil die Bepflanzung durch Wuchs und Ableger zu dicht geworden ist. Ziel ist, dass viele unterschiedliche Pflanzen möglichst viele Nährstoffe verbrauchen und den Algen möglichst wenig überschüssige Nährstoffe zur Verfügung stehen. Die Pflanzenarten richten sich nach den Umgebungsbedingungen. Pflanzen mit hohem Lichtbedarf werden in schattigen Aquarien auch dann kümmern und entsprechend wenig Nährstoffe verbrauchen, wenn alle anderen Bedingungen optimal sind. In der Einfahrphase sind Stängelpflanzen wertvoll, da sie schnell wachsen und damit viele Nährstoffe verbrauchen.

Düngung

Das Nährstoffangebot sollte sich ausschließlich am Verbrauch durch die Pflanzen ausrichten. Auf Bodenzusätze mit Nährstoffen bei der Neueinrichtung kann verzichtet werden. Wenn Pflanzen Mangelerscheinungen zeigen, können diese Pflanzen durch gezielte Düngung mit Nährstofftabletten oder Tonkugeln gestärkt werden. Flüssigdünger braucht erst dann in das Aquarium gegeben werden, wenn die Pflanzen erste Mangelerscheinungen zeigen. Es wird zunächst maximal die halbe vom Hersteller empfohlene Dosis gegeben. Treten verstärkt Algen auf, wird die Dosis reduziert. Bleibt der Algenwuchs schwach und zeigen die Pflanzen weiterhin Mangelerscheinungen, wird die Dosis leicht erhöht. Nach einiger Zeit stellt man so fest, welche Nährstoffzufuhr erforderlich ist, damit einerseits die Pflanzen gesund wachsen und anderseits nicht zu viele Algen erscheinen.

Trotzdem Algen

Trotz vorbeugender Maßnahmen können in neu eingerichteten und auch in eingefahrenen Aquarien Algen auftreten. In neuen Aquarien verschwinden die Algen oft nach einigen Wochen, ohne dass besondere Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Offenbar pendelt sich das Aquarium nach einiger Zeit in ein Gleichgewicht ein. In eingefahrenen Aquarien sind plötzlich gehäuft auftretende Algen ein Zeichen, dass das Gleichgewicht gestört ist. In jedem Fall müssen die möglichen Ursachen sorgfältig überdacht werden und dann geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Die weiteren Seiten zum Thema Algen geben viele Hinweise zu möglichen Ursachen und geeigneten Maßnahmen.

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